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Donnerstag, 24. Juni 2010

Dunkle Flecken in Digitalfotos (Staub auf dem Fotosensor)


Sind in digitalen Fotos oder Videos dunkle Flecken zu sehen, so ist höchstwahrscheinlich der Aufnahmesensor verschmutzt.

 

Kodensstreifen am "verschmutzten" Himmel: Die dunklen Schatten in diesem Digitalfoto sind Staubpartikel und Fusseln auf dem Fotosensor einer digitalen Spiegelreflex. Je stärker die Blende geschlossen ist (hier 1:22), desto deutlicher und auffälliger ist der Staub. (Vergleichen Sie dieses Bild mit dem folgenden.) 

 

Staub auf dem Fotosensor bzw. auf dem darüber platzierten Filterglass (low pass filter) ist die wahrscheinlichste Ursache für dunkle Flecken, die in hellen Bildbereichen auffallen. Von diesem Problem sind Kameras mit Wechselobjektiven stark betroffen, denn beim Objektivwechsel dringen leicht Staubpartikel ins Gehäuse, die dann auch über dem Fotosensor liegen bleiben. 


Sichtbar sind Staubpartikel als dunkle, punktartige und Fusseln als längliche Schatten.
Besonders auffallend und störend, aber immerhin leicht zu retuschieren ist Staub in hellen, eher gleichmässigen Bildbereichen. In anderen Bildbereichen ist der Staub auch sichtbar, fällt aber weniger stark auf. Unerfahrene Betrachter vermuten dann eher ein fleckiges Motiv. 

Deutlich werden die Flecken auch beim Vergleich von Fotos, die nacheinander aufgenommen wurden, denn die Flecken tauchen immer wieder am gleichen Ort auf. In Videoaufnahmen wandern die Flecken bei Kameraschwenks einfach mit.

Je nach eingestellter Blende bei einer Aufnahme ist der Staubschatten diffuser und kaum sichtbar oder aber schärfer und störender. Besonders auffallend und damit störend ist Staub in gleichmässig und hellen Bildbereichen, wie dem Himmel, einem neutralen Fotohintergrund oder einer Wand. 

 

Aufnahme mit verstaubtem Fotosensor bei Blende 22
Das Bild zeigt eine Aufnahme mit verstaubtem Fotosensor bei Blende  1:4.0. Die Staub- und Fusselschatten sind vorhanden, aber kaum sichtbar.

 

Unbedingt reinigen

Besonders problematisch ist Staub auf dem Fotosensor, weil vom Moment der Staubablagerung sämtliche folgenden Foto- und Videoaufnahmen diesen Makel haben. Man muss also im besten Fall in Dutzenden, im schlimmsten Fall gar in Tausenden von Fotos den Staub weg retuschieren.

Sobald man eine Verschmutzung des Sensors bemerkt, ist eine Sensorreinigung dringend empfohlen.

 

Sensor auf Verschmutzung überprüfen

Um die Verschmutzung des Sensors deutlich zu machen, fotografieren Sie ein weisses Blatt - oder etwas vergleichbares. Idealerweise wählen Sie das Belichtungsprogramm "Zeitautomatik" und eine hohe Blendenzahl. Vorzugsweise wird dazu ein eher niedriger ISO-Wert eingestellt. Das Objektiv muss dabei nicht scharf auf die Fläche, sondern auf Unendlich gestellt sein. Die Aufnahme kann auch ruhig verwackeln, der Staub wird ja trotzdem scharf zu sehen.

Damit das Papierblatt nicht grau, sondern weiss ausfällt und Flecken noch besser zu sehen sind, kann man die Aufnahmen überbelichten (EV-Wert auf +1 oder +2 stellen). 

Eine andere Möglichkeit, die man auch bei der Sensorreinigung anwendet, ist den Fotosensor genau anschauen und nach Staubpartikeln abzusuchen. Bei einer Spiegelreflexkamera aktiviert man dafür den Inspektionsmodus oder wählt in Ermangelung dessen bei manueller Belichtung eine mehrere Sekunden lang Belichtungszeit. Bei spiegellosen Systemkameras ist der Sensor stets frei zugänglich. Für den Blick auf den Sensor ist eine Lupe mit eingebauter LED-Lichtquelle enorm hilfreich ist, die es im Fotohandel gibt.

 

Staubreinigung

Aktuelle Kameras bieten eine interne Staubreinigung, die beim Ein- und/oder Ausschalten aktiviert und auch manuell ausgelöst werden kann. Sie verhindert das Problem jedoch nicht 100%ig. Früher oder später muss jede Kamera gereinigt werden. Dies kann man selbst tun oder aber man lässt die Kamera bei einem Fotohändler oder einer Servicestelle des Kameraherstellers reinigen.