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Mittwoch, 03. März 2010

Akkus, Batterien und Akkubatterien: Vor- und Nachteile.


Was ist besser für Digitalkameras: Batterien oder Akkus? Nur in wenigen Digitalkameras können Rundzellen (links) und somit entweder Akkus oder Batterien verwendet werden. Die Mehrheit der Kameras werden mit Akkublöcken (rechts) betrieben.

Was empiehlt sich für Digitalkameras, Blitzgeräte & Co: Batterien, Akkus oder Akkublöcke (rechts)?

 

Als Energielieferanten für mobile Geräte gibt es grundsätzlich einerseits die einmal benutzbaren Batterien (Primärzellen) und andererseits die wiederaufladbaren Akkus (Sekundärzellen) in verschiedenen Ausführungen. Übrigens die Bezeichnung Akku gibt es nur im Deutschen, allgemein wird in anderen Sprachen von aufladbaren Batterien (rechargeable battery) gesprochen.

In den Batterien entsteht die Energie durch die Kombination verschiedener Substanzen in der Fabrik. Sie sind ab Herstellung als voller  Energie, die nur sehr langsam verloren geht (geringe Selbstentladung).

In Akkus kommen andere Substanzen zum Einsatz, die die Speicherung von elektrischer Energie ermöglichen. Akkus können mehrere 100 oder 1000 Male wieder geladen werden, wobei die Fähigkeit zur Speicherung mit der Zeit abnimmt und somit nur eine begrenzte Zahl von Ladezyklen möglich sind. Akkus haben zudem eine höhere Selbstentladung.

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Akkus oder Batterien?

Viele High-Tech-Geräte verwenden heute spezielle Akkublöcke und so stellt sich die Frage nur bei Geräten, die sowohl mit Batterien als auch mit Akkus betrieben werden können. Von solchen Geräten gibt es nach wie vor etliche. Man findet Digitalkameras, aufsteckbare Blitzgeräte, Computermäuse, Fernbedienungen, Taschenlampen.

Wenn möglich sollten stromhungrige Geräte mit Akkus betrieben werden. Die Mehrkosten für die teureren Akkus und Ladegeräte sind im Nu amortisiert und man schont die Umwelt. Nur bei elektrischen Geräten, die sehr selten benutzt werden (z.B. Nottaschenlampe) oder einen sehr geringen Stromverbrauch haben (z.B. Fernbedienung, Computermaus) machen Batterien noch Sinn. In solchen Geräten entleeren sich Akkus wegen ihrer höheren Selbstentladung oftmals schneller, als dass ihre Energie durch Nutzung verbraucht wird.

Kameras: Die Mehrheit der Digitalkameras verwendet heute spezielle Akkublöcke und nur wenige Modelle nutzen Batterien, wobei sie  in der Regel die zylindrischen AA-Rundzellen verwenden. Meist handelt es sich bei den Kameramodelle für Batteriebetrieb um Bridge-Kameras mit Superzoom und um besonders preiswerte Einsteigermodelle. Auch einige Spiegelreflexmodelle können in ihrem optionalen Batterie- bzw. Hochformatgriff anstelle eines zweiten Akkublocks "normale" AA-Batterien/-Akkus verwenden.

 

Tipp: Auch wenn heutige Kameraakkus leistungsstark sind, sollte stets ein zweiter als Reserve dabei sein, denn ohne Akku geht sonst absolut nichts mehr. Übrigens verrät ein Blick ins Kamerahandbuch (allenfalls noch vor dem Kauf beim Fotohändler), wie viele Aufnahmen man ungefähr mit einer Akkuladung schiessen kann. Ermittelt wird dies nach einem standardisierten Testverfahren der japanischen Vereinigung CIPA (Camera and Image Products Association).

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Vorteile von AA-Rundzellen (und damit von Geräten, die diese nutzen)

Überall erhältlich: Im Gegensatz zu den Akkublöcken kann man theoretisch im Notfall beinahe überall AA-Batterien und oft auch AA-Akkus kaufen. (Hinweis: In Digitalgeräten kann man nur leistungsstarke Alkaline- oder Lithium-Batterien verwenden. Billige Zink-Kohle-Batterien eignen sich nicht.)

Günstiger: Die AA-Akkus sind zudem preiswerter als die herstellerspezisfischen Akkublöcke und auf die Dauer auch günstiger als AA-Batterien

Zukunftssicher: Während man zu manch alten Geräten heute keine passenden Akkublöcke mehr findet, braucht man sich bei AA-kompatiblen Geräten nicht zu sorgen.

Vielseitig: AA-Akkus können in unterschiedlichsten Geräten verwenden werden und man benötigt dafür nur ein Ladegerät, statt eine ganzen Zoo von speziellen Ladegräten.

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Tipp Akkubatterien: Seit Ende 2006 gibt es auch Akkus, die eine besonders geringe Selbstentladung aufweisen (low self-discharge NiMH battery bzw. LSD-NiMH) und zur Unterscheidung von normalen Akkus auch Akkubatterien genannt werden. Beispiele dafür sind Sanyo (Panasonic) Eneloop, GP ReCyko und Varta Ready2Use.

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Die neuen "Akkubatterien" – hier im linken Bildteil in Grün (AAA-/Micro-Grösse) und in Weiss (AA-/Mignon-Grösse zu sehen – sind nicht nur eine echte Alternative zu Batterien, sondern auch eine Konkurrenz für die klassischen NiMH-Akkus im rechten Bildteil.

 

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Akkus sind diese Akkubatterien nicht nur für stromhungrige Geräte wie Digicams oder aufsteckbare Blitzgeräte zu empfehlen, sondern auch für regelmässig benutzte Geräte mit geringem Verbrauch wie z.B. eine Fernbedienung. Einziger Nachteil dieser Akkus ist ihre etwas geringere Kapazität. Die beträgt im AA-Format 2000 oder 2100 mAh (Update: seit 2013 auch 2450 mAh), wogegen "normale" Akkus dieser Grösse bis zu 2900 mAh bieten.

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Akkubatterien anstelle von normalen Akkus und Batterien: Ich verwende seit Ewigkeiten in Blitzgeräten und anderen Mobilgeräten, wenn möglich Akkus. Hatte aber früher oft das Problem, das ich die Akkus immer rechtzeitig vor einem Einsatz aufladen musste, da sie wegen der Selbstentladung schon nach einigen Tagen nicht mehr die voll geladen waren. Dieses Problem habe ich mit den LSD-Akkus (Akkubatterien) nicht mehr. Ich verwende die Akkubatterien heute sogar anstelle von Batterien in Geräte mit niedrigstem Strombedarf wie Computermäusen und Fernbedienungen.

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Vorteile von Akkublöcken

Die grosse Mehrzahl der Kameras und anderer Digitalgeräte verwenden Akkublöcke. Diese Akkublöcke sind meist klein und handlich, aber dennoch ausgesprochen leistungsstark im Vergleich zu gewöhnlichen AA-Batterien oder AA-Akkus. Ein solcher Akkublock ermöglicht stets am meisten Aufnahmen bzw. die längsten Betriebszeiten. 

Akkublöcke lassen sich einfach und rasch austauschen. Bei Geräten mit AA-Zellen müssen gleich mehrere zusammen ausgetauscht werden. Dabei gilt es auf die Polarität bzw. die Ausrichtung der Akkus/Batterien zu achten. Ausserdem sollte man nicht verschiedene Akku-/Batteriemodelle zusammen verwenden.

Tipp Universal-Ladegeräte: Weil Akkublöcke stets ihre eigenen speziellen Ladegeräte brauchen und man so oft mehrere  mit auf Reisen nehmen muss, sind universelle Ladegeräte (z.B. Pixo C2+) praktisch. Leider lassen sich damit aber nicht alle Akkublöcke damit laden, weshalb man stets eine Kompatibilitätslisten zu so einem Uiversalladegerät beachten sollte.

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Akkublöcke oder AA-Akkus/-Akkubatterien

Akkublöcke sind komfortabler bei intensiv genutzten Geräten den AA-Akkus/Akkubatterien vorzuziehen. AA-Akkus eignen sich dagegen besser, wenn man Geräte nur hie und da benutzt.

Leider lassen – wie eingangs erwähnt – nur wenige Geräte ihrem Benutzer die Wahl, sie mit Blöcken oder AA-Zellen zu betreiben. Wem dieser Aspekt wichtig, der sollte beim Kauf darauf achten, womit das Gerät mit Energie versorgt wird.

Ich persönlich gebe bei zwei vergleichbaren Geräten, stets dem Modell mit AA-Akkus den Vorzug. So kann ich meine AA-Akkus noch vielseitiger einsetzen und brauche nicht noch ein weiteres spezielles Akkuladegerät herumliegen zu haben und auf Reisen mitzunehmen.