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Montag, 13. Dezember 2010

Bildbeschreibungen: Exif- und IPTC-Daten


Digitale Fotoapparate sowie neuere Camcorder und Fotohandys speichern in ihren Fotodateien nicht nur die eigentlichen Bilddaten, sondern zudem zahlreiche Infos zur Entstehung jeder Aufnahme. Dies geschieht automatisch und nach dem Exif-Standard (Exchangeable Image File Format), der in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre durch die japanische Herstellervereinigung JEITA festgelegt wurde.

Die Exif-Aufnahmedaten enthalten Angaben über Kamera und Objektiv (Marke, Modell, Seriennummer etc.) sowie alle bei der Aufnahmen aktuellen Kamera- und Objektiveinstellungen (Betriebsmodus, eingestellte Zeit-Blenden-Kombination, Hoch-Quer-Ausrichtung der Kamera, ISO-Wert uvm.).

Ebenfalls werden Datum und Uhrzeit und allenfalls die Koordinaten des Ortes (Geo-Tagging) aufgezeichnet. Um den Aufnahmeort zu dokumentieren muss die Kamera mit einem GPS-Empfänger oder ähnlichem (z.B. WLAN- oder GSM-Modul) ausgestattet oder verbunden sein. Ortsdaten können nachträglich auch manuell oder per Software (aus einem GPS-Logger/-Tracker) eingefügt werden.

Die Exif-Daten können am Kamerabildschirm (im Wiedergabemodus) und am PC mit geeigneter Software (z.B. Bildprogramme, spezielle Exif-Viewer) angezeigt werden.

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Hilfreiche Aufnahmedaten

Exif-Daten sind ausgesprochen nützlich, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen.

Anhand der Info über die Kameraausrichtung werden vermeintliche Hochformataufnahmen automatisch gedreht und aufrecht dargestellt.

Aufnahmedatum und -zeit werden zur Sortierung in Bild-Browsern und Fotoverwaltungsprogrammen verwendet.

Fotodrucker, die Exif-Print beherrschen, nutzen die Exif-Daten zur Optimierung ihrer Prints beim Direktdruck ab Kamera oder ab Speicherkarte.

Und das RAW-Entwicklungsprogramm DxO Optics Pro nutzt die Infos für seine automatische Bildoptimierung. Es erkennt anhand der Exif-Daten, welche Foto-Hardware verwendet wurde und greift dann auf die passenden Korrektur- bzw. Optimierungsmodule zurück. Diese wurden zuvor aufgrund von Messungen und Analyse zahlreicher Kamera-Objektive-Kombinationen erstellt.

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IPTC-Daten: Angaben zum Bildinhalt und Urheber

Neben den automatisch die Exif-Aufnahmedaten können Fotos am PC aber auch manuell mit Angaben zum Bildinhalte sowie zur Herkunft und Urheberschaft versehen werden. Diese werden über eine Datenmaske eingetippt oder – wie in Photoshop Elements – per Drag-n-Drop-Bildern zugeordnet.

Der IPTC/NAA-Standard wurde Anfang der 90er der IPTC-Standard von der Newspaper Association of America (NAA) und dem dem International Press Telecommunications Council (IPTC) festgelegt. Ursprünglich wurde der für Bild- und Presseagenturen geschaffen. 

Unter der Federführung von Adobe wurde der Standard erweitert (XMP-Format = Extensible Metadata Platform). Er wurde ursp

Bild-Browser wie Adobe Bridge oder der Organizer von Photoshop Elements verwenden diese moderne Version der IPTC-Daten zur Bilderorganisation.

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Metadaten

Metadaten (auch Metainformationen) ist die generelle Bezeichnungen für Informationen (Daten), die andere Daten beschreiben, wie eben die Exif- und IPTC-Daten Infos über die (Entstehung der) Bilddaten enthalten.

Weitere Beispiele für Metadaten sind die Eigenschaften in Word- und PDF-Dateien oder die populären Tags in MP3-Musikdateien. Die MP3-Tags geben Aufschluss über den Interpreten, Titel, Albumzugehörigkeit einer Musikdatei und bilden die Grundlage eine Musiksammlung sinnvoll zu nutzen MP3-Playern wie iPod und iTunes.

 

Metadaten werden vorzugsweise in den Kopfbereich einer Datei eingebettet und sind so fest mit der Daten verbunden. Kennt sich eine Software mit Metadaten nicht aus, kann sie diese gar nicht oder nur unvollständig anzeigen. Ausserdem können bei einem erneuten Speichern der Datei die Metadaten verloren gehen.

Statt Metadaten einzubetten, können diese in einer separaten Datei abgelegt werden. So speichert Photoshops Adobe Camera RAW die Entwicklungseinstellungen in einer XMP-Datei mit gleichem Namen wie das RAW-Foto. So eine "Sidecar"-Datei (Seitenwagen) kann verloren und verliert bei Umbenennung der Bilddatei den Bezug. Sidecars werden aber deshalb benutzt, weil das Schreiben von Daten in die proprietären, kaum dokumentierten RAW-Dateiformate Risiko-behaftet ist. Unter Umständen könnten RAW-Datei für andere Anwendungsprogramme unlesbar werden.