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Samstag, 16. Oktober 2010

Publisher 5/2010: photokina-Report


Die Publisher-Ausgabe 5/2010 zeigt die Kamera-Neuheiten, die an der photokina bzw. in deren Vorfeld erschienen sind. In einem Report habe ich die Trends und News bei digitalen Kameras zusammengefasst.

Dabei habe ich mich aufgrund der Zielgruppe des Publishers auf Systemkameras konzentriert und die kleinen Digitalknipser für Erinnerungsbildchen weg gelassen. Dennoch möchte hier bzw. weiter unten noch auf einige weitere interessante Neuheiten und Trends hinweisen. Zum Thema "3D" gibt es einen separaten Artikel. Das Trendthema "Filmen mit Fotoapparaten" habe ich vor einem Jahr in Publisher 6/2009 (PDF und Online-Version) ausführlich behandelt, wobei es auf Fotointern.ch eine etwas ausführlichere Version gibt. 

Technische Details und die Listenpreise zu den Systemkameras (DSLR- und spiegellose Kameras und/oder Mittelformatsysteme) bietet meine aktuelle Marktübersicht. Dieses PDF ist im Download-Bereich zu finden und enthält alle aktuellen Geräte inklusive der Neuheiten. 

 

Nachfolgend eine Diaschau mit den interessantesten Kameraneuheiten für versierte Digitalfotografen:

 

 

       

Kompakt- und Bridge-Kameras

Die kleinen handlichen Kompakt- und Ultrakompaktmodelle sind in erster Linie für den normalen Konsumenten gedacht, der damit Erinnerungsfotos knipst.

Für anspruchsvolles Fotografieren sind die meisten kleinen Knipser aber ungeeignet. Es gibt aber nach wie vor edle Topmodelle, die den gehoben Ansprüchen mit manueller Bedienung und relativ rauscharmen Sensoren gerecht werden können.

Beispiele hierfür sind die eingangs erwähnte Fujifilm FinePix X100 und die noch unbenannte Olympus oder die bereits erhältlichen Modelle Canon PowerShot G12 (10 Mpx, 28-140mm, 768 Franken) und Nikon Coolpix P7000 (10 Mpx, 28-140mm, 688 Franken). Beide besitzen zwar einen kleinen 1/17-Zoll-Sensor, sollen aber durch die Beschränkung auf eine unterdurchschnittlich "niedrige" Auflösung von 10 Mpx besonders rauscharm sein. Beide punkten sicher beim Handling durch griffige Einstellelemente (z.B. EV-Tasten) sowie durch den selten gewordenen optischen Sucher.

Trends bei Kompakt- und Bridge-Kameras

Bridge- bzw. Superzoom-Kameras: Nachdem vor einigen Jahren ein 12- oder 15faches Zoom als das Nonplusultra galt, sind heute deutlich grössere Zoomfaktoren üblich. Ein 24x-, 26x-Superzoom ist heute üblich. Anfangs Jahr kamen erste mit 30fachemZoombereich (Fujifilm FinePix HS10, Olympus SP-800 UZ und iim August die Canon PowerShot SX30 IS mit 35x-Zoom (24-840mm).

Kompaktkameras mit 10fach-Zoom: Während viele Kompaktkameras inzwischen Objektive mit 5- und 6fachem Zoomfaktor besitzen, gab es dieses Jahr auffallend viele Kompaktkameras mit 10- oder auch 12fachen Zooms, wie sie vor einigen Jahren ausschliesslich in Bridge-Kameras zu finden waren.

Mit einer Weitwinkelbrennweitevon 28 bis 280 mm ist man für die unterschiedlichsten Motive bestens gerüstet. Ist die Kamera ausgeschaltet, ragt ihr kleines Superzoom nicht oder nur wenig heraus. So lässt sich eine solche Kamera leicht in einer Jackentasche verstauen und bei Bedarf rasch hervornehmen. Somit sind diese Modelle ideale Reisekameraden.

Eingeläutet hat diesen Trend Panasonic im Jahr 2006, damals noch mit einem querliegenden Objektiv in Periskop-Bauweise. Nach und nach haben erst Canon dann auch weitere Hersteller solche Modelle lanciert. Zu Beginn dieses Jahres wurden nun auffallend viele solche Kameras vorgestellt. Jüngste Beispiele sind die Pentax RZ10, die Canon Ixus HS1000 und die Ricoh CX sowie die bislang in der Schweiz noch nicht angekündigte Nikon Coolpix S8100. Bereits im Frühling kamen unter anderem die Panasonic Lumix TZ10 (siehe mein Test auf AVguide), die Samsung WB650 und die Sony Cyber-shot HX5 auf den Markt.

 

Outdoor-/Unterwasserkameras: Wasserdichte Kompaktkameras eignen sich zum Schnorcheln in geringen Tauchtiefen (bis max. 5 m) und zum Fotografieren im Schnee, im Sand und im Regen. Sie sind damit ideale Begleiter bei Outdoor-Aktivitäten. Lange Zeit boten nur Pentax und später auch Olympus solche Kameras an. Seit 2009 reiten etliche andere Hersteller auf dieser Welle und seit Beginn dieses Jahres schwimmen noch mehr im Strom. Jüngste Vertreter dieses Kameratyps sind die Ricoh G700 und die Fujifilm Finepix XP10.

Speicherkarten-Trends

Die SD-Speicherkarte hat sich auf breiter Basis etabliert und die direkten Konkurrenzmodelle vom Markt verdrängt. Die von Olympus bevorzugte xD-PictureCard musste endlich weichen und ist in keiner aktuellen Olympus zu finden. Der proprietäre MemoryStick Duo von Sony wird zwar weiterhin in Sony Produkten unterstützt, doch die Kartenlaufwerke aktueller Foto- und Videokameras von Sony nehmen nun auch SD-Karten auf. In den (semiprofessionellen) Kameras dürfte auch weiterhin die CF-Karte Verwendung finden. Aufgrund der wenigen Neuheiten in dieser Kameraklasse lässt sich dies aber nur vermuten.

Für grosse Kapazitäten ab 64 GB bis 2 TB sind übrigens die ersten der neuen SDXC-Karten (SD eXtended Capacity) erhältlich. Dieses werden - wie schon bei der Einführung von SDHC (SD High Capacity, 4GB und mehr) – aber nicht von allen Kartenlaufwerken unterstützt. Die SD/SDHC/SDXC-Karten werden übrigens mit Geschwindigkeitsklassen gekennzeichnet. Die schnellsten gehören aktuell der "Class 10" an, für HD-Video empfehlen sich mindestens "Class 6"-Karten.

Schnittstellen-Trends

USB: Abgesehen von Mittelformat-Systemen nutzen Kameras heute ausschliesslich USB-2.0-HiSpeed zur Datenübertragung und sind sind dafür entweder mit einer Mini-USB-Buchse oder (nur kameraseitig) mit einem proprietären Digital-Port ausgestattet.

Weil es leider etwa ein Dutzend Varianten der USB-Mini-Steckverbindung gibt, wäre für die Zukunft eine USB-Micro-Steckverbindung wünschenswert. Handy-Hersteller haben sich darauf geeinigt und so dem Wildwuchs bei Daten- und Stromladeanschlüssen ein Riegel vorgeschoben. Hoffentlich folgen die Kamerahersteller diesem Beispiel.

USB-3.0 ist noch nicht einmal bei Videocamcordern ein Thema, obwohl vermehrt USB-3.0-Produkte ― vor allem Festplatten ― auf den Markt kommen.

 

 

Bluetooth und WLAN sind bei Kameras noch immer kein wirkliches Thema. Lediglich Samsung und Ricoh statten einzelne Modelle damit aus. Beispiele sind die Samsung ST80 (14,4 Mpx, 3x-Zoom) mit WLAN, Bluetooth und DLNA-Unterstützung für Anzeige auf TV-Gerät sowie die wasserdichte Ricoh G700SE mit Bluetooth, WLAN und GPS.

Wer dennoch WLAN braucht, findet zu den einigen DSLRs von Canon und Nikon externe klobige WLAN-Transmitter. Die einfachste WLAN-Lösung für alle Kameras mit SD-Slot ist jedoch eine Eye-Fi-Karte. In diesen SDHC-Speicherkarten mit 4 oder 8 GB steckt zussätzlich ein WLAN-Transmitter, um Fotos über einen AccessPoint auf den PC oder per öffentlichen Hotspot auf einen Web-Server hoch zu laden.