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Samstag, 16. Oktober 2010

Digitale 3D-Kameras 2010


3D – oder richtig geschrieben 3-D – steht für drei Dimensionen beziehungsweise eine räumliche Darstellung. Die erreicht man, indem jeweils für jedes Auge eines Betrachters separate Fotos oder Filme gezeigt werden, die die gleiche Szenerie aus zwei leicht verschiedenen Perspektiven zeigen.

Meist werden dafür zwei Aufnahmeeinheiten verwendet, die gleichzeitig die Umgebung abbilden, aber – wie die menschlichen Augen – leicht auseinanderliegen.

Geräte und Verfahren für die Abbildung und die Darstellung von stereoskopen Fotos und Filmen gab und gibt es zahlreiche. Die ersten entstanden schon kurz nach der Erfindung der Fotografie und des (Kino-)Films. Seither gab es auch immer wieder Mal den einen oder anderen 3D-Boom.

Aktuell bzw. seit 2009 findet wieder so einer statt. Während die Unterhaltungsindustrie mit 3D-Spiele und Filme produziert und die UE-Industrie ebenfalls eifrig 3D-Fernseher und 3D-Blu-ray-Player produziert und anpreist, ist das Angebot an 3D-tauglichen Foto- und Filmapparaten bislang vergleichsweise mager.

Aktuelle digitale 3D-Kameras

Fujifilm hat 2009 einen ersten 3D-Fotoapparat auf dem Markt eingeführt und bereits 2010 ein verbessertes Nachfolgemodell lanciert. Die neue Fujifilm FinePix Real 3D W3 besitzt zwei Objektive und zwei Sensoren und zeichnet 3D-Fotos und Videos auf.

Sehr stark engagiert sich auch Panasonic im Bereich 3D und hat an der Photokina 2010 ein 3D-Objektiv vorgestellt, mit dem die neue Panasonic Lumix GH2 sowie die bereits erhältliche Lumix G2 nun Fotos in 3D schiessen können. Das Objektiv besteht eigentlich aus zwei Objektiven mit je einer Brennweite von 12.5mm und einer festen Blende von 1:12, um die nötige Schärfentiefe zu gewährleisten. Auf dem 16:9-Format entspricht das Objektiv übrigens einer 65mm-Brtennweite bei Kleinbild. Videoaufnahmen in 3D sind mit den Lumix G-Fotokameras leider nicht möglich, obwohl sie "normale" HD-Videos aufnehmen können (GH2: 1080i; G2: 720p). 

Immerhin bietet Panasonic noch zwei 3D-Camcorder: Das Consumermodell HDC-SDT750 mit 3D-Vorsatz und den professionellen Camcorder Panasonic AG-3DA1.

Ein Pocket-Camcorder, der sowohl Videos (720p) als auch Fotos (5 Mpx) in 3D schiessen kann, ist der Aiptek 3D i2 für 269 Franken.

 

                     

3D-Bilder 

Digitale 3D-Fotos werden übrigens üblicherweise in einer Datei mit der Endung MPO (Multi Picture Object) gespeichert, die beide Aufnahmen samt Voransichten enthält. Nicht viele Bildbearbeitungsprogramme können bereits etwas mit MPO-Dateien anfangen: Beispiele sind GraphicConverter und DreiDe für MacOS und Magix FotoDesigner 6 für Windows sowie der Windows-Videoeditor Magix Video Deluxe 17 plus

An der photokina zeigte Fujifilm übrigens ebenfalls, wie sich 3D-Fotos gleich per Lentikulardruck mit einem kleinen 20'000-Euro-Printer zu Papier bringen liessen. Denkbar sind mittelfristig sogar Fotobücher mit 3D-Seiten.