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Donnerstag, 18. Februar 2010

Fotobuch-Herstellung: Video zum Artikel in Publisher 1/2010


In der Ausgabe 1/2010 des Publisher ging es unter anderem um Online-Digitaldruckereien, die Druckaufträge über ihre Websites entgegen nehmen. Ich habe dort über Fotobücher berichtet, während Martin Spaar eine Marktübersicht mit Druckereien zusammengestellt hat, die typische Drucksachen (Visitenkarten etc.) herstellen.

Als Ergänzung zu meinem Artikel zeigt dieses Video die Herstellung eines Fotobuchs auf echtem Fotopapier. Den Vorgang erklärt Jürgen Tesch von Imaging Solutions in unserem Video, das mein Kameramann und ich im November 2008 anlässlich der Pressekonferenz im "Testparcours" von Imaging Solutions aufnehmen konnten.

 

 

Detaillierte Beschreibung des Herstellungsprozesses

Die von Imaging Solutions hergestellten Geräte belichten lichtempfindliches Fotopapier auf Rollen mittels einer DLP-Einheit (Bauteil mancher Projektoren). Diese Belichtungsgeräte werden von Imaging Solutions hergestellt. Beim verwendeten Fotopapier handelt es sich um das Fujifilm Crystal Archive Album Paper.

  1. Im Belichtungsgerät werden die Seiten des Buches mittels einer DLP-Einheit auf lichtempfindliches Papier belichtet.
  2. Dann wird das Papier durch einen lichtdichten Schacht sozusagen "online" in die Entwicklungsmaschine transportiert.
  3. Dort durchläuft das Papier ein Entwicklungsbad, dann ein Fixierbad. Schliesslich wird das Papier gewässert, um die Chemikalien raus zu waschen. (Die Belichtung und Entwicklung geschehen in lichtdichten Geräten, doch für unsere Videoaufnahmen ist das Belichtungsgerät zu Beginn des Videos noch offen zu sehen.)
  4. Die Fotos bzw. die Buchseiten werden danach zu einem Buch-Leporello gefaltet und dann die Seiten Rücken an Rücken verklebt.
  5. Anschliessend wird das Buch an drei Seiten zugeschnitten.
  6. Zum Abschluss wird der Buchblock maschinell oder - wie im Video - manuell in einen Bucheinband eingeklebt.

 

Der Bucheinband wurde zuvor ebenfalls durch Belichtung eines Fotopapiers erzeugt. Auf die Rückseite des Umschlagpapiers werden dann zwei Pappkartons geklebt und danach die überstehenden Papierflächen um Kartonkanten geschlagen, festgeklebt und angepresst. Abschliessend wird der Block mit den Buchseiten in den Bucheinband geklebt.

 

Speziell an diesem Fotobuch sind: 1. die Verwendung von echtem Fotopapier, 2. die Belichtung der Seiten in einem photochemischen Verfahren und 3. die Art der Buchbindung (Leporello).

Leporello-Buchbindung

Bei der sogenannten Leporello-Bindung ist der Bundsteg bzw. der Übergang in der Mitte stets flach. Damit können Bilder problemlos über die Mitte platziert werden. Ideal ist dies z.B. für ein Panorama-Foto.

 

 

Leporello-Bindung mit flachem Übergang.

 

 

Das oben abgebildete Fotobuch wurde im Digitaldruckverfahren hergestellt und klassisch gebunden. Durch die Bindung und die Wölbung der Seiten geht von Bildern, die über den Bundsteg in der Mitte reichen, stets ein Teil verloren. Dies gilt es bei der Buchgestaltung zu beachten. Selbst bei optimaler Platzung eines Bildes, stören der Steg und die Wölbungen der Seiten jedoch immer.

 

 

Zum Vergleich das Buch mit Leporello-Bindung, die für alle Seiten einen ebenen, wenig störenden Übergang erlaubt. (Das Buch wurde per Fotopapierbelichtung erstellt.)

Artikel-Links

Publisher 1/2010 "Bilderbuchkarriere" Online-Archiv

 

In der Vergangenheit habe ich mehrmals das Angebot von Fotobuchdiensten getestet. Da die Fotodienste ihr Angebot immer wieder erweitern und verbessern, sind die damaligen Ergebnisse nur noch bedingt aussagekräftig. Wer dennoch die Artikel lesen will, kann meinen letzten Tests als PDF aus den Online-Archiven herunter laden.

 

Online PC Zeitung 08/2008 "Im Test: Fotobücher. Der eigene Bildband aus dem PC" (im Online-Archiv)

 

PCtipp 08/2007 (im Online-Archiv)

Meine Kollegen vom PCtipp haben in den Folgejahren meinen Test wiederholt. Diese aktuelleren Artikel sind ebenfalls im Archiv des PCtipp zu finden.

Hinweis 2011: seit Mitte 2010 ist das Archiv nur noch für Abonnenten verfügbar.